Grundschul-Wörterbuch
Logopädie
Therapeutische Maßnahme bei Störungen der Sprach- und Sprechentwicklung (wie Lispeln, Stottern usw.). Die Therapien sind in der Regel ärztlich verordnet und werden von der Krankenkasse übernommen.
Montessori-Pädagogik
Maria Montessori war eine italienische Pädagogin. Ihr Leitspruch war „Hilf mir, es selbst zu tun“. Montessori-Kindergärten und Schulen arbeiten nach dem Vorbild von Montessori, indem sie die Selbsttätigkeit der Kinder mit Hilfe von besonderen Montessori- Materialien fördern. Viele Grundschulen verfügen über einen Montessori-Zweig oder eine Montessori-Klasse.
Motopädie (auch Psychomotorik)
Im Mittelpunkt dieser therapeutischen Form steht der enge Zusammenhang zwischen Körper und Psyche. Sie eignet sich für Kinder mit Koordinationsproblemen, Problemen mit dem Körpergefühl und der Muskelspannung sowie Problemen im körperlichen Kontakt mit anderen. Eine motopädische Therapie kann vom Kinderarzt verschrieben werden.
Offener Unterricht
Es gibt verschiedene Formen des Offenen Unterrichts. Allen Formen gemeinsam ist eine starke Beteiligung der Schüler an der Planung und Realisierung ihres Lernens. Der Anteil der lehrerzentrierten Phasen wird minimiert. Trotzdem gibt es im Unterricht neben offenen auch immer geschlossene Phasen. Freiarbeit und Wochenplanarbeit sind Methoden des Offenen Unterrichts.
Portfolio
Damit ist im Grundschulunterricht eine Dokumentation des Gelernten gemeint. Schüler erstellen Portfolios z.B. in Form von Mappen, Heftern oder Plakaten, die Arbeits- und Lernergebnisse zeigen. Dadurch wird der individuelle Lernfortschritt nachgewiesen. Portfolios dienen auch als Grundlage für die Leistungsbeurteilung.
Rechenschwäche (auch Dyskalkulie)
Hiermit sind besondere Schwierigkeiten beim Erlernen des Zahlverständnisses und der Grundrechenarten gemeint. Damit gehen häufig psychische Auffälligkeiten einher wie Schulangst, motivationale Probleme oder mangelndes Selbstbewusstsein.
Schulpsychologie
Der Schulpsychologe bzw. schulpsychologische Dienst ist eine Einrichtung der Schulämter oder Schulberatungsstellen und kann sowohl von Lehrern als auch von Eltern und Schülern in Anspruch genommen werden. Die Beratung durch den Schulpsychologen ist kostenfrei. Schulpsychologen beraten u. a. bei folgenden Themen: Entwicklung, Lernen und Verhalten von Kindern, Fragen bzgl. des Schulsystems, Fragestellungen in Bezug auf Psychotherapie, Lerntherapie, schulische Konflikte und allgemeine Schulprobleme.
Stationenlernen
Das Lernen an Stationen ist im Grundschulunterricht ein verbreitetes Lernszenario. Den Schülern werden Unterrichtsmaterialen, Aufgaben und Arbeitsblätter an mehreren Stationen innerhalb des Klassenraums bzw. der Schule angeboten. Die Kinder wählen dabei die Reihenfolge der Bearbeitung selbstständig aus, sie arbeiten zum Teil in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit. Die Schüler dokumentieren in der Regel ihre Arbeitsergebnisse in einem Lernpass, sammeln alle Arbeitsblätter und erstellten Materialien und präsentieren diese am Ende einer Einheit vor der Lehrerin und den Mitschülern.
Schreibschrift (VA/LA/SA)
Nachdem in den meisten Bundesländern die Kinder in Klasse 1 mit der Druckschrift beginnen, lernen sie in der Regel ab Klasse 2 eine Schreibschrift. In Deutschland gibt es drei zugelassene Schreibschriften: Die Lateinische Ausgangsschrift (LA), die Vereinfachte Ausgangsschrift (VA) und die Schulausgangsschrift (SA).
Schuleingangsphase (auch Offene Eingangsstufe/Flexible Eingangsstufe)
Damit sind die ersten zwei Grundschuljahre gemeint. Im Rahmen von Schulreformen ist die Schuleingangsphase an vielen Schulen zu einer offenen bzw. flexiblen Eingangsphase ausgebaut worden. In diesem Fall wird jahrgangsübergreifend gearbeitet, d.h. Kinder unterschiedlicher Schuljahrgänge werden zusammen unterrichtet. Kinder bleiben, je nach ihrer individuellen Lernentwicklung, zwischen ein und drei Jahren in der Eingangsstufe. Ein „Sitzenbleiben“ im herkömmlichen Sinn gibt es in der Offenen Eingangsstufe nicht.
